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Ehrfurcht - Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang

Wie Ehrfurcht zu Weisheit führt und uns vor Torheit (Dummheit) bewahren kann. Ist Dir bewusst, dass Du anbeten kannst, ohne das Du es merkst? Der Mensch, als einziges Wesen im Universum, dass glorifizieren oder eine Fan-Kultur schaffen kann, kann auch Verführt werden und Götzen bauen.

Ehrfurcht der Weisheit Anfang - Jesus is King

Inhalt



...und Erkenntnis des ⟨allein⟩ Heiligen ist Einsicht. Bibel, Sprüche 9,10


Dieser Text stammt ist eine kleine Zusammenfassung des Buchs bzw. Hörbuch "Gott ungezähmt" von Johannes Hartl, ergänzt mit meinen Anekdoten. Ich empfinde, das Gott Johannes tatsächlich diese Ehrfurcht und Weisheit erkennen liess, um Gottesfurcht den Menschen verständlich zu machen. Seine Worte haben mir geholfen Gott tiefer zu verstehen, deshalb möchte ich dies hier mit Dir teilen.



1. Versicherungs-Gesellschaft

Ungeplantes ist in unserem Leben grundsätzlich nicht eigeplant. Das ist auch gut so. Denn wir können nicht normal leben, wenn wir immer mit der Angst im Nacken rechnen müssen, dass wir vielleicht in 10 Min., in der nächsten Tagen oder Jahren, nicht mehr da sein werden oder uns demnächst irgendetwas passiert. Verlässlichkeit ist ein überdeutliches Zeichen der westlichen Kultur.


Wir gehen davon aus, dass wir das Leben in der Hand haben, deshalb ist Lebensplanung, wie Beruf oder Familienplanung etwas ganz normales, ja wünschenswertes für uns. Kann man etwas nicht planen gibt es bestimmt eine Versicherungen dafür. Es wirkt jedoch ein wenig trügerisch, weil eine Ver-Sicherung absolute Sicherheit suggeriert. Verhebt das nicht, holt man den Arzt, die Polizei, die Feuerwehr oder den Anwalt, etc. Werden all diese Sicherheiten hinterfragt, gilt man schnell als realitätsfern.


Als sehr Sicherheitsfördernd ist zudem die Sprache. Kennt man mal den Namen einer Krankheit, hat man schon wieder das leichte Gefühl sie erfassen, einordnen und kontrollieren zu können, auch wenn der blosse Name nicht heilt. Selbst eine leichte Ahnung, ein kleines bisschen Wissen ist besser als dieses lähmende Unwissen, die Ungewissheit über die eigene Zukunft. Das Vertrauen in menschliche Wissenschaft ist gross in unserer Zeit. Die Welt könnte man meinen, ist dem Menschen begreiflicher, erforschter, ja freundlicher, geworden. Es ist weise einschätzen zu können, wo man steht und es ist weise zwischen dem eigenen Sichtfeld und dem tatsächlichen Horizont unterscheiden zu können; wie weit die Strasse noch führt auf der man fährt, bevor dann doch noch ein Hindernis auftaucht.


In der frühen Abendländischen Philosophie, in den Jahren 600 v. Chr., fragte man sich, was den die Ursubstanz von allem ist? Thales von Milet lehrt das Wasser sei der Ursprung von allem. Gar nicht mal so verkehrt, wenn man bedenkt, dass der Menschliche Körper zu ca. 70 % aus Wasser besteht, und Flora und Fauna elementar darauf angewiesen ist.


Sein Schüler Anaximander jedoch, erklärt das «Apeiron» zum Ursprung von allem. Er kam zu Erkenntnis, da alles Sein begrenzt ist und aus einem anderen Sein entspringt, müsste der Anfang allen Seins unbegrenzt und unverursacht sein. Ja, schon das Definieren davon gleicht einer Einschränkung. Das Apeiron müsste also unsagbar und undenkbar sein. So kommts, dass die europäischen Philosophie, mit dem Gedanken des Unbegrenzten startet und sich alle Herkunft und Wertigkeit von dort her ergibt.


Wenn das also stimmen würde, was sich diese Menschen überlegt haben, so steht der Mensch vor der wichtigsten Frage überhaupt, weil es sein ganzes Dasein und alles weitere beeinflussen würde: Gibt es dieses Höchste und Erste, aller Ursprung? Letztlich ist es die Frage nach Gott. Sie ist die Frage des Lebens, die wichtigste und entschiedenste geistliche Frage. Wenn einmal die Bedeutung dieser Frage erkannt ist, würden alle anderen Fragen darin verblassen. All die Fragen nach unseren Bedürfnissen werden nichtig. Keine Antwort der Welt kann ihr gerecht werden. Sie ist die ultimative Frage und es ist Zeit sich ihr zu stellen.



Unbedachte Furchtlosigkeit kann uns das Leben kosten. Es ist nicht die Furchtlosigkeit, die Abenteuer beschert, es ist die Torheit, dass man dabei sterben könnte. Das merkt man erst wenn man Angst bekommt. Es ist schlicht unweise sich kopflos in Abenteuer zu stürzen. Es wäre wichtig den Respekt vor Gefahren ernst zu nehmen. Ein wenig weise Furcht erspart einem die Todesangst. Die Ehrfurcht, z. B. vor Herausforderungen, wäre der Anfang Weisheit.


Alle Erkenntnis beginnt damit, dass man Ehrfurcht vor dem HERRN hat. Nur ein Dummkopf lehnt Weisheit ab und will sich nicht erziehen lassen.

Spr 1, 7


"Deshalb haben wir seitdem nicht aufgehört, für euch zu beten. Wir bitten Gott, dass sein Geist euch mit Weisheit und Einsicht erfüllt und ihr auf diese Weise seinen Willen immer besser erkennt. Dann nämlich könnt ihr so leben, dass der Herr dadurch geehrt wird und er sich in jeder Hinsicht über euch freut. Euer Leben wird für Gott Frucht bringen, indem ihr in vielerlei Weise Gutes tut. Ihr werdet ihn immer besser kennen lernen."

Kolosser 1, 9+10


Die Bibel lehrt uns, dass erst das Erkennen von Wert, Weisheit ermöglicht. Und mit Weisheit sind auch alle anderen Werturteile, Lebensentscheidungen und Handeln klug gedacht. Fehlt die Weisheit, handelt der Mensch töricht, sprich unweise. Derart Weisheit meint nicht Intellekt oder Intelligenz. Selbst sehr kluge Menschen können nach Gottes Massstab sehr töricht sein. Viel Wissen macht nicht zwingend weise, denn Weisheit und Torheit sind eine Frage des Überblicks und richtiger Gewichtung.


Der Weisheit Anfang ist die Furcht des HERRN, und die Erkenntnis des Heiligen ist Verstand.

Spr 9, 10


Das wir aufgefordert werden Gott zu fürchten finden wir an vielen Bibelstellen. Z. B.:

  • Den Herrn, deinen Gott, sollst du fürchten, ihm sollst du dienen, ihm sollst du anhangen und bei seinem Namen schwören. 5. Mo 10, 20

  • und er sprach zum Menschen: »Siehe, die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und vom Bösen weichen, das ist Einsicht!« Hiob 28, 28

  • Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang: eine gute Einsicht für alle, die sie3 ausüben. Sein Ruhm besteht ewig. Ps 111, 10

  • Die Furcht des HERRN ist Zucht (Erziehung), die zur Weisheit führt, und ehe man zu Ehren kommt, muss man Demut lernen. Spr 15, 33


Die Furcht des Herrn müssen wir aber selbst erwählen und danach eifern:

  • Wenn ihr euch jeder Einsicht verschließt und euch weigert, den Herrn ernst zu nehmen, wenn ihr meine Ratschläge von euch weist und auf keine von meinen Warnungen hört, dann müsst ihr die Folgen tragen und auslöffeln, was ihr euch eingebrockt habt. Spr 1, 29-31

  • Dein Herz sei nicht neidisch auf den Sünder, sondern trachte täglich nach der Furcht des HERRN. Spr 23, 17


Gottesfurcht hört sich zuerst einmal befremdlich an, ein bisschen nach tief finsteren erzkatholischem Mittelalter, nach Unterdrückung und angstmachender, unfreier Religion. Doch Angst vor Gott und die Furcht vor Gott sind nicht dasselbe. Es geht nicht um einen strafenden Gott der nur darauf wartet, dass wir einen Fehler machen, wir deshalb Angst haben und vor ihm fliehen müssten. Leider wird das sehr oft genau so verstanden. Gott möchte den Menschen würdigen und krönen. Weshalb also Furcht? Es gibt kein Leben ohne Angst, das gehört zum Menschsein. Deshalb möchte Gott uns mit Glauben auch immer wieder Hoffnung schenken. Hoffnung ist ein Weg aus der Angst.


Gott kann mit uns nicht eine Partnerschaft auf Augenhöhe führen, auch wenn er uns durchaus auf Augenhöhe begegnen kann. Wir müssen bei der Realität klar bleiben, Gott ist Gott. Er ist göttlich, heilig. Er wäre also das Apeiron. Er ist grösser als Du und ich, er übersteigt unser Sein und er ist im Himmel, in der geistlichen Welt, wir sind auf der Erde.


Ehrfurcht meint nicht die schreckhafte Furcht, sondern Furcht als Respekt vor der klaren Erkenntnis, dass ich es mit etwas oder jemandem zu tun habe, der viel mächtiger ist als ich (richtige Gewichtung). Das fürchtet einen, wenn man das in der Tiefe realisiert. Es ist ein reales überblicken der eigenen Situation. Es ist dieses einzigartige Gefühl Geschöpf zu sein vor einem Schöpfer. Es ist die Intuition, das es da mehr gibt als wir ahnen oder sehen können. Das ist es, was gruselt und zugleicht unheimlich anziehend ist. Diese tiefste Grunderkenntnis des Gläubigen, voller Demut vor seinem Gott.


Dieses Gefühl liegt jedem Glauben oder Religion zu Grunde. Der Mensch kennt Begrenztheit, er kann nicht die Mitte des Universums sein. Er tut also gut daran nicht zu hoch von sich zu denken, sondern sich immer wieder bewusst zu machen wer er ist und wer er nicht ist. Der Unterschied von Gottes Apeiron-artigkeit und unsere Menschlichkeit ist unermesslich gross. Es wäre sehr töricht, wenn so etwas Gewaltiges wie Gott einem Menschen nicht ein bisschen Furcht einflössen würde. Der Anfang der Weisheit ist schlicht Gottesfurcht.


  • Wer Ehrfurcht vor dem HERRN hat, der hasst das Böse. Ich verachte Stolz und Hochmut, ein Leben voller Bosheit und Lüge ist mir ein Gräuel! Spr 8, 13

  • Wer dem HERRN treu ist und Liebe übt, dem wird die Schuld vergeben; und wer Ehrfurcht vor dem HERRN hat, der meidet das Böse. Spr 16, 6

  • Wer Ehrfurcht vor dem HERRN hat, wird lange leben. Wer sich von ihm lossagt, verkürzt seine Zeit. Spr 10, 27


Das Gespür für Gottes Majestät ist unserer heutigen Welt, in unseren Kirchen, ein wenig verloren gegangen. Es ist aber nicht vor allem ein Problem der Säkularisierung, sondern die Christen, ja Theologen, Schriftgelehrten und Propheten, Gottes Volk selbst ist es, das Gott in der Bibel oft ermahnen muss! Wenn sie Gott nicht mehr fürchten, scheint es immer eine grosse Auswirkung auf eine ganze Gesellschafft zu haben.


Mein Volk kommt um aus Mangel an Erkenntnis. Weil du die Erkenntnis verworfen hast, so verwerfe ich dich, dass du mir nicht mehr als Priester dienst. Du hast das Gesetz deines Gottes vergessen, so vergesse auch ich deine Kinder. Hos 4,6


Deshalb muss Erneuerung in der Kirche bzw. Gemeinde stattfinden. Wenn Du dich nun auf Gottesfurcht und Weisheit einlässt, wirst Du nicht einer dieser scheinheiligen Betbrüder. Nein, es ist sogar vom "Weg oder von der Quelle des Lebens" die Rede, so dass Du den "Strick des Todes" vermeiden kannst. Es reisst Ketten los in das dein Herz gefangen war und bringt dir Freiheit! Du wirst keinen Mangel leiden müssen, nicht zwingend materieller Reichtum erlangen, aber mit Bestimmtheit einen inneren Reichtum des Genügens - Seelensattheit.


Wer Ehrfurcht vor dem HERRN hat und ihm gehorcht, der empfängt Reichtum, Anerkennung und Leben.

Spr 22, 4


Ehrfurcht stellt uns vor die Wahl: Quell des Lebens oder den Tod:

  • Die Furcht des HERRN ist eine Quelle des Lebens, dass man meide die Stricke des Todes (Trotz, Rache, Vergeltung…). Spr 14, 27

  • Himmel und Erde sind meine Zeugen, dass ich euch heute vor die Wahl gestellt habe zwischen Leben und Tod, zwischen Segen und Fluch. Wählt das Leben, damit ihr und eure Kinder nicht umkommt! Liebt den HERRN, euren Gott, und hört auf ihn! Haltet ihm die Treue!...

5. Mo 30, 19+20

  • Begegnet dem HERRN mit Ehrfurcht, alle, die ihr zu ihm gehört! Denn wer ihn ernst nimmt, der muss keinen Mangel leiden. Ps 34, 10

  • Die Furcht des HERRN fördert zum Leben, und wird satt bleiben, dass kein Übel sie heimsuchen wird. Spr 19, 23

  • Wer den HERRN fürchtet, hat eine sichere Festung, und auch seine Kinder werden beschirmt. Spr 14, 26


Könnte die Wiederentdeckung der Ehrfurcht der Schlüssel zu Gott sein? Es ist wichtig, dass wir auf eine Art und Weise von Gott denken, die ihm gerecht wird. Das ist die Grundbotschaft der Bibel, dass er das Zentrum ist und nicht er und die Welt sich um uns drehen, was wir gerne wollen und möchten, sondern umgekehrt. Wenn Gott als Gott erkannt und anerkannt, gefürchtet wird, auch von Kirchen, gelingt uns das Leben.




Ehrfurcht ist der Weisheit Anfang - die Bibel - Amen die Geschichte der Heiligen Schrift von Eden bis zur Ewigkeit

Religiöse Anstrengung passt nicht mehr so ins Anforderungsprofil der heutigen Wellness- und spirituellen Komfortzone. Wir Christen machen da z. T. ungehalten mit. Wir dehnen Gottes Richtlinien gerne soweit, dass sie auch für uns gerade so passen. Wir vermischen Trends wie Yoga oder Fernöstliches mit Gottesdienst und sprechen lieber über die angenehmen Seiten der Gottesliebe, als über den anstrengenden Glaubenskampf. Oder wir fallen ins Gegenteil, hören uns tadelnde Predigten an und suhlen uns ihm sündigen Sünderdasein, aus dem wir sowieso nicht herauskommen. Wir sind halt zu schlecht für Gott, da können wir auch nichts mehr machen und gleich alles sein lassen.


Auch Gebet als kumpelhaftes Gespräch mit Gott, ja gerne, reine Anbetung nur für ihn, nein lieber nicht. Wir haben unsere Spiritualität billig gemacht, weil wir Gott billig machen. Wir präsentieren Gott ohne Anforderungen oder totalen Überforderungen, ohne der Tatsache von Gericht und Hölle oder dem völligen Freifahrtschein von Jesus Blut am Kreuz. Wir praktizieren den Verkaufshit, dass wir alle in den Himmel kommen und alle Religionen Gottes Wege sind. Wir präsentieren einen harmlosen, alles liebenden Gott, der nichts anderes zu tun hat, als unser Ego zu unterstützen. Er fordert nicht heraus, betüdelt uns lieber, bejat all unsere Wege und päppelt uns auf und segnet, wenn wir es für angebracht erachten. Das ist ein Gott, den wir nicht ernst nehmen, nur Müde belächeln und der uns scheinbar auch nicht ernst nimmt, wenn er zu allem Ja und Amen sagt. Das ist keine Liebe, sondern Ignoranz. Eine Toleranz, der es egal ist, wie es wirklich um uns steht.


Merke: Was man nicht fürchten kann, kann man nicht anbeten. Was mir kein Herzklopfen bereitet, mächtiger ist als ich, was mich nicht nervös und Eindruck macht, davor habe ich keine Ehrfurcht bzw. respektvolle Achtung, oder knie gar davor nieder. Nur ein Gott mit Persönlichkeit und Profil, mit klaren Werten und Grenzen, kann uns auch zu tiefst packen und Orientierung schenken. Nur solch ein Gott lässt uns grosse Kathedralen bauen, lässt uns um unser Selbstwillen vergessen für einen höheren Zweck.


Gerade die Glücksforschung bestätigt, dass nicht die Egokultur uns glücklich macht, sondern die Schönheit des Augenblicks in dem wir an etwas Grösserem teilhaben dürfen, das primär anderen dient und wir uns selbst im Flow vergessen. Nur ein fordernder oder fördernder Gott kann Lebens-Leidenschaft hervorbringen.


Der HERR ist gross und sehr löblich, und seine Grösse ist unausforschlich.

Ps 140, 3


Glauben wir der Bibel ist Gott der ganz und gar Erstaunlichste, Erhabenste, des Menschen grösster Genuss! Doch all das geht verloren, wenn wir Gott in der Kirche, im Evangelium oder Alltag zu klein machen, ihn anpassen und uns selbst zu gross präsentieren, als ob es immer nur um den Menschen geht. Er war zwar durchaus nötig dem rein gesetzlichen Gottesbild Barmherzigkeit zu bringen, doch es sollte nicht auf Kosten der Ehrfurcht geschehen. Von einem ins andere Extrem, war noch nie die Lösung. Kein Wunder, dass ein gezähmter Gott niemanden fasziniert. Was unsere Seele nichts kostet ist für sie oftmals auch nichts wert. So kann sie den Grössenwert Gottes nie ansatzweise begreifen, wenn sie keine vermeintlichen Opfer bringen muss und Demut lernt. Für Bequemlichkeit hat es sich noch nie gelohnt zu kämpfen. Es wird Zeit aus der religiösen Komfortzone auszubrechen!

Die Frage nach Gott ist die Zentralste. Doch leider finden nach Gott hungernden Menschen, selbst wenn sie den Weg in eine Kirche oder Gemeinde gefunden haben, nicht das wonach sie suchen. Sie machen vielleicht zwar Erfahrungen mit tollen Gemeindeeinrichtungen, freundlichen Empfänge, gutes Auftreten der Christen, schöner Atmosphäre, auch interessante und unterhaltenden Predigen und beeindruckende Musikbands. Viele Christen können ihnen jedoch nicht das Elementarste geben, was sie brauchen – Gott selbst. Aber erst wenn Menschen Gott haben, ist auch alles andere ein Zugewinn.


Nahrung ist jemand, der Gott kennt und von ihm erzählt. Leute werden nicht langfristig dort bleiben, wenn Gott selbst nicht bei den Christen zu finden ist, denn der ganze Rest kann man auch anderswo konsumieren. Gott ist aber natürlich auch in solchen Kirchen gegenwärtig, er will zwar gesucht sein, doch er lässt sich finden. Wenn aber niemand da ist, der ihn einlädt und zeigt wie wir mit ihm Zusammensein können, statt nur über ihn zu reden, bleiben wir hungrig, so als wenn er nur über uns schweben würde. Es ist wirklich schade, auch für uns, wenn wir als Christen nur theoretisches Wissen über Gott haben.


Der Mangel an Beziehung zu Gott kann sich in unseren heutigen Gemeinden und Kirchen auf zwei weisen zeigen:

  • Wir haben gar keine Worte zu ihm

  • Reines theoretisches Wissen über ihn, wie er halt ist vom Hörensagen

Wenn wir einen Christen fragen, was er über die Heiligkeit Gottes sagen könnte, was würde wohl kommen? Vielleicht ein Schulterzucken oder eine Rechtfertigung, dass man ja kein Theologe sei. Oder die Frage wie sich diese grosse Allmacht Gottes mit seiner Liebe und Gnade vereinigen liessen? Selbst informierte Christen kämen da nach einigen Sätzen ins Stocken. Würde man jedoch einen Koch nach seinem Geheimnis für das so köstlich gezauberten Essen fragen, würde das Gespräch vermutlich alles andere als stocken.


Denn wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. Lukas 6, 45.


Wer wie ein Verliebter von etwas gepackt ist, hat viel darüber zu sagen und kann vielleicht gar nicht so verstehen, dass andere das gar nicht so toll finden. Das manche Christen nun gar keine Worte zu einigen Gottes-Themen haben, sagt leider viel über sie aus. Sie sagen zwar nichts Falsches, aber auch nichts Richtiges. Der Mangel an Worten von Erlebtem, ist Mangel an Liebe. Der Wunsch so viel mehr von seiner Liebe zu sagen als er kann, ist quälend in einem Liebenden.


Auf jene mit dem Kopf-Wissen verweisen wir gerne, denn wir denken, dass diese sich mit Bestimmtheit auskennen. Es machen sich auch durchaus viele Menschen Gedanken über Gott und schreiben Bücher über geistliche und tief philosophische Themen. Doch, Wissen und Kennen ist nicht das gleiche.


In unserer Informationsgesellschaft ist Vernunft oder instrumentelles Wissen schnell verfügbar. Ein paar Klicks und man weiss über das Internet Bescheid. Doch Erfahrungen aus Theorie und Praxis ist meist nicht das gleiche. Dieses digitale, theoretische Vernunft-Wissen kann mir aber sehr fern bleiben, ich muss mich nicht direkt damit auseinander setzten, geschweige damit in Beziehung treten. Das sättigt nicht die spirituelle Seele, diese braucht Praxis. Die Seele möchte mit etwas oder jemanden in Beziehung treten, fühlen, sich vergessen, sich austauschen, erleben - kennen lernen. Selbst Jesus kritisiert genau das an den Priestern seiner damaligen Zeit.


In Lukas 6, 52 lesen wir: Weh euch, ihr Gesetzeslehrer! Ihr habt den Schlüssel zur Erkenntnis beiseite geschafft. Selbst seid ihr nicht hineingegangen, und die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert."


Er weist insbesondere darauf hin, dass aufgrund dessen sie selbst mit dem "Schlüssel der Erkenntnis" nicht eingetreten waren, haben sie anderen, die hineingehen wollten, den Zugang dazu verhindert. Nur wer selbst etwas praktisch kennengelernt hat, kann anderen davon authentisch erzählen. Nur wer selbst brennt, kann andere zu Feuer und Flamme werden lassen!


Wenn in der Bibel von Erkenntnis die Rede ist, meint sie immer Gotteserkenntnis und Selbsterkenntnis.


Sie wird aber auch in einem anderen Bezug genannt. In Genesis 4, 1 steht: Adam erkannte Eva, seine Frau; sie wurde schwanger und gebar Kain… Dieses Wort für «erkannte», ist im hebräischen Text dasselbe wie für Erkenntnis. Wie kann nun Erkenntnis als intellektuelles Wissen, das gleiche sein, wie offensichtlich Sex? Womöglich versteht biblische Erkenntnis unter intellektuellem Wissen und Sex einfach etwas anderes, als wir es für gewöhnlich halten. Was durchaus Sinn macht, wenn Gott das mit der Unzucht so am Herzen liegt. Vielleicht hat Sexualität auch etwas mit praktischem Kennen, Erkennen und Bekennen zu tun.


Ein ganzheitliches Kennenlernen, ein tiefes Berühren eines Gegenübers, aus der etwas ganz Neues, also Leben entsteht. Das ist biblische Erkenntnis, also was ganz anderes als trockenes theoretisches Wissen. Das ist es auch, was Gott sich wünscht, er will persönliche Beziehung mit uns leben. Wir sollen ihn kennen und lieben lernen, weil er uns bereits schon kennt und liebt. Wir sollen nicht einfach bloss viel über ihn und religiösen Rituale wissen. Doch Beziehung braucht unser Wollen, unsere Hingabe und Verletzlichkeit. Kein trügerische Ersatz bietet diese Herzensnahrung, es füllt bloss unsere Köpfe und beruhigt schlechte Gewissen.


Gott ist kein Kumpel, er ist faszinierend heilig! Er ist nicht relativ, sondern ewig. Dies zu begreifen und nicht bloss zu wissen, bringt uns tiefe Gottesfurcht als Anfang der Erkenntnis vor seiner Heiligkeit und Allmacht. Wir sollten uns diesem Gott stellen, so wie er ist und nicht die Seiten ausblenden, die uns nicht so passen und dem Ego unangenehm sind.

3.1 Gott der Ewige, der Allmächtige, der Heilige

Die Heiligkeit Gottes zeigt sich in seiner Beziehung zu seinem Volk. Er zeigt sich ihm als treuer Bundesgott; auf ihn kann man sich verlassen. Doch Gott ist nicht treu, weil er einmal beschlossen hat treu zu sein. Nein, in ihm ist schlicht keine Veränderung (Jakobus 1, 17).


Das Gott ewig ist, meint nicht nur, dass er nicht sterben kann und immer ist, er ist auch der Schöpfer von Ewigkeit und Zeit. Irdische Wesen haben keine Zeit, weil sie etwas tun müssen und nicht gleichzeitig etwas anderes machen können, so verrinnt ihre Zeit. Wir sind dem Alterungsprozess unterworfen und irgendwann sterben wir. Wenn wir glauben, wir haben Zeit, so meinen wir mehr ein Zeitfenster, in dem wir nicht etwas anderes machen müssen, denn Zeit "besitzen" können wir nicht, wir stehen unter ihrem Diktat.


Die Begrenzung von Zeit ist eine Unfreiheit. Wir können nicht in die Vergangenheit oder Zukunft sein, nur im Jetzt. Nie geht beides zur selben Zeit, immer muss das eine gehen, wenn das andere kommt. Da wird dem Sein ständig etwas vorenthalten, dem menschlichen Bedürfnis nach Dauer, kann so nie nachgekommen werden. Mein gestriges Sein, ist nicht das morgige Sein. So kommts, dass Ewiges Leben mit einer Ewigkeits-Freiheit gleichgesetzt wird. Zeit spielt da keine Rolle mehr. Gott als Urheber der Schöpfung ist nicht ihren Gesetzen unterworfen. Er ist frei, frei von Zeit, von Alterung, von Veränderung.

Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

Heb 13, 8.


Auch wenn Gott nun ewig ist kann er seinen Geschöpfen im Jetzt begegnen. Er ist nicht statisch, sondern lebendig. Wenn Du glaubst, dass Fortschritt immer einen Schritt in die richtige Richtung ist, dem ist Gott ein Anker. Gott kommt niemals zu spät, nur immer zur richtigen Zeit. Sein Zeitplan ist perfekt. 1000 Jahre oder mehr beeindrucken ihn nicht, er hat keine Eile. Trends oder Modeerscheinungen haben auf diesen Gott keinen Einfluss. Ob nun etwas als konservativ, altgebacken, neuzeitlich oder modern beschrieben wird, ist ohne den Faktor Zeit, unrelevant. Seine Botschaften können also niemals zeitgemäss sein oder relativ, sie sind ewiglich. Sie gelten immer.


Spannend wird es als Gott unser Zeitgenosse wurde, als Jesus auf die Erde kam. Doch als Gott ist er nicht an den Körper von Jesus gebunden. Er ist wahrer Mensch und wahrer Gott zugleich. Jesus war zwar Mensch seiner Zeit, unterwirft sich ihr also freiwillig, doch er war ihr auch weit voraus. Sein Wirken und Handeln lässt sich nicht nur mit seiner Zeitepoche verstehen, auch heute noch gelten sie für uns. Dazu müssen wir aber nicht ihn in unsere Zeit holen, vielmehr müssen wir in sein Ewigkeitsverständnis hinein. Er bietet uns nicht an zu uns zu kommen, sondern ermöglicht uns den Zutritt in seine Welt, in seine Realität, ins ewige Leben. Er ermöglicht so dem Gläubigen die Erkenntnis einer komplett andere Weltsicht.


Viele esoterische Ströme haben für sich erkannt, dass das Festhängen von Vergangenheit und Zukunftsängste lähmend sein kann. Die Gestaltung des Jetzt entspringt nicht nur der Flow-Forschung, also der Glücksforschung oder dem verwestlichten Buddhismus. Im Jetzt finden wir erfülltes Sein, in Jesus Christus werden wir Gottes Zeitgenosse der Ewigkeit.


Und das ewige Leben zu haben heisst, dich zu kennen, den einzigen wahren Gott, und den zu kennen, den du gesandt hast, Jesus Christus. Joh 17, 3


Der Glaube an den allmächtigen Vater, findet sich in vielen alten Christlichen Lehren. Diese beiden Aussagen, Gott ist Vater und er ist allmächtig, waren aber in der Kirche immer hart umkämpft. Vaterschaft in Gottes findet sich in Jesus Sohnschaft und die Allmacht, dass es nichts mächtigeres gibt, er also keinen Gegner hat. Auch das Böse oder der Teufel, als von Gott geschaffener und dann gefallener Erzengel, ist keine Konkurrenz. Alles was Gott ist, ergibt sich aus ihm selbst, er unterliegt keinem Gesetz.


Er ist nicht gerecht, weil er sich an die Gerechtigkeit hält, sondern es gibt überhaupt Gerechtigkeit, weil Gott gerecht ist. Er ist nicht gut, weil er sich gut verhält, sondern Güte existiert nur deshalb, weil Gott gütig ist. Eine Existenz, die durch nichts äusseres in seinem Handeln begrenzt wird, nennt man allmächtig. Er kann also tun was er will. Im Psalm 115, 3 lesen wir: Aber unser Gott ist im Himmel; er tut alles, was ihm wohlgefällt.


Ich allein bin der Herr; es gibt außer mir keinen anderen Gott. Ich habe dich stark gemacht, bevor du mich erkanntest, damit die ganze Welt vom Osten bis zum Westen erkennt, dass es keinen anderen Gott gibt. Ich bin der Herr, es gibt keinen anderen. Ich habe das Licht erschaffen und die Dunkelheit gemacht. Ich schicke Frieden und Unheil. Ich, der Herr, tue diese Dinge. Regne, Himmel, die Wolken sollen vor Gerechtigkeit überlaufen! Die Erde soll sich weit öffnen, damit sie Heil hervorbringe und gleichzeitig soll Gerechtigkeit wachsen. Ich, der Herr, werde es tun. Jes 45, 5-8


Immer wieder lesen wir von dieser Allmacht in der Bibel, wie Gott erschafft, erwählt, beruft, bestraft und verwirft. Er setzt Herrscher ein und setzt sie wieder ab. Es ist der gleiche Gott, der all unsere Haare auf dem Kopf gezählt hat (Lu 12, 7) und nicht mal ein Spatz kann tod zu Boden fallen, ohne dass er es weiss (Matt 10, 29).


Wenn aber Gott so allmächtig ist, wie kann denn der Mensch einen freien Willen haben? Der Gott, der einfach tut was er will und der Mensch, der seiner Willkür willenlos ausgeliefert ist. Das stimmt so nicht ganz. Der Mensch wird vor Gott immer wieder bewusst vor eine Wahl gestellt, er erlässt keine Verbote, sondern klärt ihn über Konsequenzen auf. Gott stellt den Mensch in die Verantwortung für sein tun. Wir können also nie sagen, wir könnten einfach nicht anders. Wir haben immer eine Wahl und Gott fordert uns auf, wenn wir mal eine Falsche getroffen haben, uns gegen Gottes Empfehlung entschieden haben, umzukehren, das Gute zu wählen, nicht das Böse!


Und nochmals 5. Mo 30, 19+20: Himmel und Erde sind meine Zeugen, dass ich euch heute vor die Wahl gestellt habe zwischen Leben und Tod, zwischen Segen und Fluch. Wählt das Leben, damit ihr und eure Kinder nicht umkommt! Liebt den HERRN, euren Gott, und hört auf ihn! Haltet ihm die Treue…


Gottes Allmacht bedeutet also nicht, die Entmachtung des Menschen. Auch das andere Extrem ist falsch: Der liebe Gott, der des Menschen Hilfe nötig hat, in dem er sich selbst so limitiert, weil er uns tun und machen lässt, wie es uns passt. Es ist nicht richtig zu denken, dass nur durch unsere guten Taten Gottes Gesicht gewahrt werden kann. Ja, die Welt könnte an uns Christen die Liebe Gottes erkennen (Joh 13, 35), doch Gott war nie reduziert auf menschliche Möglichkeiten.


Wir beklagen uns sogar recht oft deswegen und trauen ihm zu wenig zu. Darum nimmt Gott uns gerne mit in sein Geschehen, denn er will Gemeinschaft und Beziehung mit uns leben, seine Perspektive mit uns teilen. Er will uns lehren zu lieben. Er will sich darin verherrlichen uns zerbrechliche Menschen zu gebrauchen, seinen göttlichen Plan umzusetzen. So kann Paulus sagen: Für dieses Ziel setze ich mich mit meiner ganzen Kraft ein, indem ich mich auf die mächtige Kraft von Christus verlasse, die in mir wirkt. Ko 1, 29.


Gerade bei Fürbitte wird deutlich wie Gott Herr aller Dinge ist und wir Menschen ihm, im Freien Willen, diese Allmacht anerkennen und deshalb um sein Wirken bitten. Besonders ist da auch der Satz Jesu in Johannes 15,16: Nicht ihr habt mich erwählt, ich habe euch erwählt. Ich habe euch dazu berufen, hinzugehen und Frucht zu tragen, die Bestand hat, damit der Vater euch gibt, was immer ihr ihn in meinem Namen bittet. Hier wird deutlich, dass, bevor der Mensch einmal zu Gott Ja sagen konnte, Gott bereits ein Ja über ihn ausgesprochen hat. Er hat ihn erwähl bevor der Mensch Gott gekannt hat. Das ist seine grosse Gnade, denn Gottes Allmacht erlaubt ihm unendliche Freiheit. Er müsste gar nichts tun und trotzdem hat er sich für uns entschieden.


Gottes Allmacht ist unsdurch Bibellesen theoretisch vertraut, doch diese dann hautnah zu erleben, kann sehr unangenehm sein. Wenn wir unseren Träumen nachjagen, sie mit viel Elan umsetzen wollen und wir uns investieren, kann unsere Planung manchmal nicht mit Gottes Plänen übereinstimmen. Manchmal scheint es bergauf zu gehen und Gottes Segen sicher, doch dann passieren Vorfälle die wieder alles infrage stellen und einen wieder bis zum Anfang zurückwerfen können. Wir verrennen uns.


Kann das denn Zufall sein? Vielleicht will uns ein Unglück, oder ein Hindernis auch etwas sagen. Will uns Gott etwas sagen? Geht es um unsere Ehre oder um Gottes Ehre? Gottes Herrschaft und unsere Träume funktionieren anders, als wir denken. Manchmal reden wir uns ein in Gottes Plänen zu laufen und verwechseln sie mit unseren eigenen. Unser Traum für ihn zu tun, schieben wir dabei als Vorwand hervor. Wir überlassen ihm dabei nicht die Führung. Will er denn überhaupt, dass wir das tun? Ist er damit zu uns gekommen? Haben wir ihn gefragt, was er von uns wünscht?


So kann es vorkommen, dass wir uns irgendwann im Staub vor Gottes Souveränität wiederfinden. Wir erkennen ihm seine Allmacht an. Und dann geschieht ein Wunder, eine glückliche Wendung, ein göttlicher Zufall und alles wendet sich schlussendlich zum Guten! Das ist Gottes Handschrift. Gottes Pläne kommen nicht dank menschlicher Hände zustande, es ist seine Allmacht, die Macht der Zufälle, der richtigen Zeitpunkte, die menschliche von göttlichen Projekten unterscheidet. Alle die von Herzen an seinem Reich bauen wollen, müssen erkennen, dass immer er der agierende bleibt und wir sind seine Begleiter. Er bleibt der Vater, der Herr, der Allmächtige.


Der Sinn des Menschen findet sich in der Anbetung. Von allen Geschöpfen dieser Welt kann nur der Mensch bewusst verehren. Verehren, etwas oder jemand seine Ehre schenken, seine höchste Aufmerksamkeit, sein Lob. Nur ein Mensch kann mit Haut und Haar ein Fan sein. Sich anziehen wie sein Idol, sein Lieblingsverein, essen, sprechen, lieben wie sein Idol es vermag, seine Lieder singen, dessen Lebensbahn verfolgen, ja seine Lehren studieren, seinem Star nahe sein wollen, in Ohnmacht fallen, wenn man ihn erblickt.


Sein Blick, das ganze Sein des Menschen, kann sich um sein Ausserwähltes drehen. Wie ein Verliebter betet er es an mit Blicken, Gesten und seinem Lebensstil. Es gibt ihm Orientierung, Sinnerfüllung. Nur der Mensch hat das Bedürfnis Altäre zu bauen, nach Sinn im Leben zu suchen, sich zu verlieben, Leidenschaft auszuleben, eine Berufung zu haben, nicht nur einen Beruf; etwas nacheifern oder vergöttern zu können. Anbetung bedeutet nicht zwangsweise Gebet im Sinne von gefalteten Hände und leises Sprechen. Vielmehr bedeutet Gebet, dass das was ich anbete, worum sich mein Leben dreht, mir heilig ist. Nichts kommt an das heran. Ich halte es empor und schenke ihm all meine Bewunderung, meine Lebenszeit. Ja auch Wunder steckt in dieser Heiligkeit, ein Heils versprechen.


Die Bibel lehrt, dass der Name Gottes geheiligt werden soll, indem sein Name im persönlichen Leben jedes Menschen heilig werde. Jesus lehrt in der Bergpredigt mit dem bekannten Vaterunser, dass die Heiligung von Gottes Name an erster Stelle des Beters sein muss, weil das in unserem Leben oftmals nicht so normal ist.


Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler! Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer, schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen. Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet. Matt 6, 5-8


Wir sollen also nicht wie Heuchler beten, also wie jemand der zwar etwas sagt oder tut, aber etwas anderes meint. Er verfolgt also andere Ziele, in diesem Fall das Ansehen der Menschen, das ist ihm heilig. So hat er sich sein Lohn bereits ausgezahlt. Es geht ihm nicht um Gott, das ist auch oft bei uns der Fall. Wir beten bei Gott für unsere Bedürfnisse und Wünsche, um das was uns heilig ist.


Gerade im Angesicht des Todes oder wenn wir im Leben mit unserem Latein am Ende sind, wird so mancher Atheist plötzlich fromm und wendet sich an Gott – jetzt kann nur ihm nur noch Beten helfen. Das was mir heilig ist, das nach dem ich mich sehne, bestimmt meine Anbetung, mein Gebet. Doch für Gott könnte das Plappern sein, wenn wir Gebet unnötig in die Länge ziehen, denn er weiss genau was wir brauchen, noch ehe wir ihn drum bitten! Wird mein vermeintliches Gebet, mein Flehen erhört, kehrt oft wieder der normale Alltag zurück. Die Not lehrt Beten, doch ist sie überwunden, verschwindet oft auch die Aufmerksamkeit auf den der alles lenkt - Gott. Wir Menschen sind es die etwas heiligen können, im Sinne von Ehrerbietung, weil wir Heiligkeit in etwas erkennen und darum anbeten können. Die Erkenntnis führt zur Ehrfurcht und somit zur Heiligsprechung.


Schönheit (oder das Leben) liegt im Sinne des Betrachters, so ein Sprichwort. So ergeht es mit dem Heiligen, das in den Dingen liegt, in Gott liegt, dass wir verlernt oder noch nicht gelernt haben zu sehen. Kein Mensch kann heiliger werden als durch Gottes Gegenwart in seinem Sein, seinem Leben, in seiner Sicht auf die Dinge. Nur wenn Erkenntnis und Weisheit in einer Person heranwächst, wird deren Zugang zu Gottes Heiligkeit grösser, das im Verborgenen liegt. Dadurch macht es zwar den Anschein diese Person wäre heiliger geworden, sie hat aber vielmehr Gott im Verborgenen gesehen und ihre Anbetung darauf gelegt, so dass Gottes Name geheiligt wird.



4. Das menschliche Herz, ein Altar

In den vielen Briefen des Paulus wird das Evangelium ganz zentral erklärt. So wird z. B der Römerbrief auch als den Grundstock der Christen in der Welt betrachtet. Paulus erklärt, dass die Welt und Gott auf Kollisionskurs sind. Er führt die negative Grundsituation der Menschheit auf ein Hauptproblem zurück, dass nicht etwa Neid, mangelnde Bildung, ungerechte Verteilung von Reichtum und Macht, Egoismus oder fehlende Liebe ist, wie sie so oft von religiösen Vertretern genannt werden, sondern auf die Wurzel aller Sünde, falsche Anbetung.


In Römer 1, 19-21 lesen wir:

Denn es ist ihnen offenbar, was man von Gott erkennen kann; Gott hat es ihnen offenbart. Seit Erschaffung der Welt wird nämlich seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit. Daher sind sie unentschuldbar. Denn obwohl sie Gott erkannt haben, haben sie ihn nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern verfielen in ihren Gedanken der Nichtigkeit und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert.


Also obwohl Juden wie Heiden, Gott an den Werken der Schöpfung hätten erkennen können, haben sie ihn nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, das ist das Grundproblem aller Probleme, so Paulus. Es hat wirklich etwas absurdes, wenn das Geschöpf vergisst seinem Schöpfer zu danken. Sie haben die Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen und verfielen in ihren Gedanken der Nichtigkeit. Sie wurden also töricht, obwohl sie dachten weise zu sein. Der Mensch der nicht dankt ist töricht, statt Gottesfurcht, Gottvergessenheit und sein unverständiges Herz wurde verfinstert.


und sie vertauschten die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes mit Bildern, die einen vergänglichen Menschen und fliegende, vierfüssige und kriechende Tiere darstellen. Rö 1, 23.


Die griechischen und römischen Götterstatuen sind vielen bekannt, so kann man sich denken, was Paulus hier meint. Es war üblich in der Spätantike auf verschiedensten kultischen Weisen einem dieser Tier-Mensch-Göttern, einem Götzen, zu huldigen. Und dabei geht es nicht mal darum was genau angebetet wurde, sondern um den Fakt, dass dieser Platz, den Gott gebührt, mit etwas anderem ausgetauscht wurde. Daraus speisen also alle weiteren Sünden, wenn dieser Platz Gottes in unserem Leben nicht gegeben ist.


Im 1. Petrusbrief steht, die Christen sollen „ein königliches Priestertum“ sein (1. Petrus 2,5.9). In der Offenbarung des Johannes wird von Jesus gesagt, dass er Menschen aus allen Völkern und Nationen zu Königen und Priestern gemacht hat, die auf der Erde herrschen werden (Offb 1,6). Alles was wir tun, oder eben auch nicht tun, hat im geistlichen königliche bzw. priesterliche Auswirkung.


Das was uns am Wichtigsten ist, das beten wir an, ohne bewusst dabei Anbetung zu praktizieren. Es ist unsere Art als menschliches Wesen, dass unsere Beziehung zu dem was uns ausserordentlich gefällt, leicht in Anbetung umschweift. Wir können nicht anders als eine Form der Anbetung zu praktizieren, wenn wir von etwas gefesselt, fasziniert oder auch nur respektvoll angetan sind.


Gott hat uns so geschaffen, dass wir mit unserem Sein ihn anbeten können, ohne dass es uns schwer fallen würde. So kommts, dass wir leicht auf Ruhm, Ansehen, Sex, Geld und Macht, unseren Verstand und Wunschträume vertrauen, so dass es unser Halt im Leben wird, denen beugen wir uns, daran glauben wir und dienen ihnen. Welchem geheimen Götzen auf dem Grund deines Herzens dienst du? An dieser Stelle entscheidet sich der Kurs jeden menschlichen Lebens. Darum wird Götzendienst in der Bibel so oft erwähnt. Nicht weil Gott so auf unsere Anbetung besteht, sondern weil er weiss, dass unser Leben entscheidend davon betroffen ist.


Unsere Anbetung entscheidet über unseren Herzensgötzen. Wir Menschen ziehen unseren Selbstwert gerne aus Leistung und Erfolg, aus dem was wir tun können und wir erreicht haben. Das beginnt bereits in der frühen Kindheit, wird zur Lebensgrundüberzeugung, zu einer Lebenswahrheit und prägt unsere Wahrnehmung in der Welt, in Beziehungen, auch jene zu Gott, bis ans Sterbebett. Erfolg, der Götze der Leistungsgesellschaft.


Unser Tun wird oft zum Ersatz für unser Sein, was uns aber zu Gefangenen der Leistung macht. So sprach schon Gott zu Adam nach dem Sündenfall (1. Mo 3, 17): Im Schweisse deines Angesichts wirst du dein Brot essen, bis du zum Erdboden zurückkehrst;… Dieses Verbissene-erreichen-wollen und Getrieben-sein findet sich oft am Ende in einer Erschöpfungsdepression wieder. In unserer Wohlstandsgesellschaft geht es nicht mehr nur ums Überleben, sondern auch um Karriere und Familie, darum das Beste aus sich zu machen. Nichts ist wertvoll, wenn es mich nichts kostet, alle Chancen nutzen, sein Potential auszuschöpfen, alles ist möglich, wenn man nur will. Work-Life-Balance und Burnout sind keine Fremdwörter mehr in unserer Zeit der Werke und des sich Beweisens.


Sein Land füllte sich mit Götzen. Vor dem Werk ihrer Hände werfen sie sich nieder, vor dem, was ihre Finger gemacht hatten. Jes 2, 8


Und sie fertigten in jenen Tagen das Standbild eines Kalbes an, brachten dem Götzen ein Opfer dar und freuten sich über das Werk ihrer Hände. Apo 7, 41


In diesen Versen wird deutlich, dass der Mensch in den Götzen eigentlich sein eigenes Werk anbetet und sich seinen Selbstwert daraus zieht. So wird auch Stolz, Hochmut, als Wurzel aller Sünden gesehen. Ich bin, was ich kann und/oder geleistet, gemacht, erschaffen habe. Darum brauche ich keinen Gott, ich erschaffe mir selbst einen oder ich bin mein eigener Herr.


In Johannes 14, 6 steht: Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.


Wie mühsam, dass da jemand ist der es offensichtlich besser weiss als ich, der mir meine Fehler zeigt, obwohl er es gut mit mir meint. Wie anders ist doch die Welt, die mir sagt, ich kann frei wählen und mein eigener Gestalter des Lebens, meines Ich's sein; es für mich selbst besser wissen. Der Mensch merkt oft nicht wie er Selbstanbetung oder Götzenanbetung praktiziert indem er unbewusst zu sich selbst spricht: Ich bin (weise mir selbst) der Weg und die (eigene) Wahrheit und das (mir selbst dienende) Leben, jeder kommt durch sich selbst ins (weltliche)Paradies.


In Matthäus 4, 1-10 lesen wir, wie der Teufel Jesus in der Wüste nach 40 Tagen Fastenzeit drei Mal in Versuchung bringen möchte.

  • Die erste Versuchung ist den hungernden Jesus dazu zu verleiten, sich aus Steinen Brot zu machen. Er will ihn den Menschen Jesus also verleiten, sich selbst zu retten, sich selbst Trost und Sicherheit zu schaffen.

  • Beim Sprung von der Tempelzinne direkt auf den von Menschenvollen Marktplatz, würde sich Jesus den Menschen als Wundertäter, als wahrer Sohn Gottes, erweisen und somit zur vollen Anerkennung gelangen.

  • Beim letzten Angebot, alle Reiche zu besitzen, geht es um Macht.

Dies ereignet sich unmittelbar nach Jesu Taufe mit Johannes in Matthäus Kapitel 3, wo Gott Jesus seine Sohnschaft zuspricht. Danach wird seine Identität von Satan angefochten, doch Jesus weist Satan entschieden zurück. Er weigert sich auf die Versuchungen einzugehen, weil er seine Identität nicht daraus zieht was er tut oder tun kann, sondern aus seinem Vater im Himmel, seiner Sohnschaft zu ihm. Auch heute noch sind Trost und Sicherheit, Anerkennung und Macht die klassischen vier Herzensgötzen, die uns in Versuchung führen. Jeder von uns hat Strategien entwickelt um mit der Ablehnung in der Welt umzugehen. Diese vier Versuchungen sind im Grunde Kompensationsstrategien davon.


Im 5 Kapitel des Galaterbriefes 19-21 geht Paulus auf «das Leben im Fleisch» näher ein: Die Werke des Fleisches sind deutlich erkennbar: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen, Neid, massloses Trinken und Essen und Ähnliches mehr. Ich sage euch voraus, wie ich es früher vorausgesagt habe: Wer so etwas tut, wird das Reich Gottes nicht erben.


Sünden können natürlich auch ohne «das Fleisch», unseren Leib, gemacht werden, doch grundsätzlich wird ein Mensch der solch genanntes tut nicht in Gottes Herrschaftsgebiet landen, sondern dort wo Gott nicht ist. Und wenn Gott alles Gute, das Leben und die Wahrheit ist, dann will ich dort nicht sein wollen, wo er nicht ist. Nicht Gott würde diesen Menschen leiten, sondern ein Götze. Hinter jeder Sünde steht ein Götze und hinter jedem Götzen, die Lüge, der Mensch könne sich durch selbst erbrachte Leistung selber retten. Diese vier Herzensgötzen oder Kompensationsstrategien sind das, was Paulus als «das Leben im Fleisch» bezeichnet.


Unzucht und Unreinheit z. B. ist sexuelle Sünde und umfasst biblisch alles Sexuelle was nicht innerhalb der monogamen Ehe zwischen Mann und Frau vollzogen wird. Macht zeigt sich nun darin, jemanden verführen und besitzen zu können, Anerkennung in der sexuellen Attraktivität, Trost in der Entspannung der innigen Zweisamkeit durch Fremdgehen oder der Selbstbefriedigung durch Pornos, Sicherheit verspricht sich in der Anbetung des Partners(-ersatz), wer wäre man denn, wenn man ihn nicht mehr hätte. So können sich die vier Herzensgötzen in den verschiedensten Beziehungskonflikten widerspiegeln. Die Leistungsorientierung gibt diesen Götzen die Grundlage.


Alles läuft auf das eine hinaus: Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Matt 6, 24


Jesus Christus ist der Gott der ganzen Bibel, sie gibt wahres Zeugnis von ihm nicht nur ein paar schön herausgesuchte Geschichten. Das Wesen deines Wortes ist Treue, jeder Entscheid deiner Gerechtigkeit hat Bestand auf ewig. Ps 119, 160. Nur ihn anzubeten und ihn an die erste Stelle zu setzen ist das, was des Menschen Herzen frei und erfüllt macht, mehr als es Macht, Trost und Sicherheit es je vermögen könnten. So kommts, dass in einem Gebetshaus 24h lang gebetet wird. Auch mitten in der Nacht wird Lobpreis gesungen. Doch das ist kein religiöser Leistungssport, sondern weil Gott es wert ist um seinetwillen angebetet zu werden.


Die Faszination von Gottes Herrlichkeit bringt den Menschen ganz natürlich dazu ihn leidenschaftlich loben und kühn anbeten zu wollen, bei Tag und bei Nacht, egal was es kostet. Es wirkt so unwirklich in der Hektik, dem Optimierungswahn und der Beschäftigung unserer Zeit, wenn Leute daraus aussteigen und ihr Leben auf Gott ausrichten. Aber es gibt sie, diejenigen, die Nachts wachen und Gott die Ehrfurcht erbringen, die ihm gebührt. Nicht alle von uns haben die Berufung diese Art der Anbetung auszuüben, doch jeder von uns darf sich auf den Weg machen diesem ungezähmten Gott zu begegnen und herausfinden was wirklich zählt, und worin seine Identität gegründet ist.


«Wer ich wirklich bin» von Axel Kühner:

Ich bin nicht was ich leiste. Ich bin nicht was ich habe. Ich bin nicht, was andere von mir halten. Ich bin nicht was ich selber von mir denke. Ich freue mich, wenn ich was ich leiste. Ich bin dankbar, wenn ich was habe. Ich habe es gern wenn andere was von mir halten. Ich finde es gut, wenn ich ehrlich von mir denke. Aber meine Identität, wer ich wirklich bin, ist unabhängig davon in der Liebe Gottes begründet. Ich bin geliebt, bedingungslos geliebt, gewollt, gerechtfertigt, bewiesen und angenommen – ganz allein und restlos in seiner unfassbaren Güte.





Bibel, Richter 6, Vers 14

5. Raus aus der Komfortzone der Götzenanbetung

Unser Kirchen müssen sich wieder mit Anbetung und Gottesfurcht beschäftigen, wenn sich etwas grundlegend ändern soll. Schon immer hat Gott Menschen berufen einen Unterschied zu machen. In der Bibel wird erzählt, dass es z. B. Richter gab, die Gott einsetzte. Gideon war so einer, der jedoch auch voller Entmutigung und Furcht war, wie alle anderen Menschen. Zuerst sprach ein Engel und dann Gott selbst zu ihm, um ihn zu berufen. Er befiehlt ihm als erstes seinen Familiengötzen nieder zu reissen. Erst als Gideon diesen bricht, erhält er von Gott die Kraft sein Volk in die Freiheit zu bringen.


Die Veränderung einer Gesellschaft beginnt immer unmittelbar im Leben eines einzelnen selbst, dem eigenen Herzen. Wir sind sehr gut darin uns über die Ungerechtigkeit in unserer Welt aufzuregen, doch das bringt niemandem etwas. In den Spr 23, 17 lesen wir: ein Herz ereifere sich nicht wegen der Sünder, sondern eifere stets nach der Furcht des HERRN! Es bedeutet sich von Bequemlichkeiten zu verabschieden und Gewohnheiten loszulassen, die andere als normal ansehen.


Oft ist es gerade in der Familie, wie bei Gideon, wo Menschen die Herzenseinstellung, der Altar der Herzensgötzen, erlernen, welche Werte zählen, was die Eltern stolz macht und worauf herabgeblickt wird. Jeder Mensch steht unter der Sklaverei der Sünde, darum braucht es Zeit sich von falschen Prägungen zu lösen und sich für die Ehrfurcht vor Gott zu entscheiden. Das fordert das Herz heraus, Gottes Platz ist umkämpft.


Es kann sich eine Angst bilden zu kurz zu kommen, wenn man dem Herzensgötzen absagt. Die Theorie der Logotherapie von Victor Frankl sagt aus: Der Mensch findet sich nur selbst, wenn er Sinn findet. Doch Sinn besteht gerade nicht darin, sich selbst zu verwirklichen! Der Mensch ist das einzige Wesen, dass nur um seiner selbst willen geschaffen wurde, als ein Gegenüber des Schöpfers. Und so findet er nur so Erfüllung, wenn er sich selbst seinem Schöpfer in Hingabe zurück gibt.


Es ist ein Prozess. Nicht selten muss etwas in uns sterben, damit etwas neues leben kann. Dazu gibt es mehrere Schritte. Die zwei wichtigsten sind:


  • sich entscheiden und den/die inneren Herzensgötzen niederreissen

  • Gott ins eigene Zentrum setzten, ihm im Herzen einen Altar bauen


Sich entscheiden, das Niederreissen der Herzensgötzen

Dazu ein Gebet von Johannes Hartl in «Gott ungezähmt»: Gott allein ist meine Sicherheit und ich wiedersage meine Wege der Selbstabsicherung. Ich wähle das Vertrauen auf Gott. Gott allein gebührt die Ehre und ich wiedersage meinem Geltungsdrang. Ich wähle meine Grösse darin zu finden, dem Grössten alle Ehre zu geben. Gott allein ist gut und ich wiedersage meiner selbstverliebten Suche nach Trost und Komfort. Ich wähle mich von Gottes Güte beschenken zu lassen. Gott ist gnädig und liebt ohne Bedingung, deshalb wiedersage ich meiner Sucht nach Anerkennung. Ich wähle es mehr unter dem Blick Gottes zu leben, als unter den Blicken der Menschen


Gott ins eigene Zentrum setzten

Jesus einen Platz im eigenen Leben zu geben, ganz konkret seine Werte umsetzten wollen, diese Veränderung benötigt konkrete Verhaltensänderung, Gesinnungsänderung, also auch eine Änderung unserer Lebensstrukturen:


  1. Echte Busse und Umkehr: Dieser Teil ist der Schmerzhafte, weil es echte Reue und Trauer birgt. Es geht nicht um Selbstbestrafung, sondern um heilsame Betroffenheit, die Abwendung vom sich um sich selbst drehen zu Gott hin, gemeinsame Versöhnung hilft, persönliche Sünde ist in unserer narzisstischen Welt fast anstössig, doch genau das eingestehen von Schuld ist Befreiung, ich muss sie nicht mehr verstecken, weil ich um Gottes Gnade weiss.

  2. Gottesfurcht lernen, zu Gott rufen und ihn um Erkenntnis bitten um zu Gottesfurcht zu gelangen: Mein Sohn, wenn du meine Worte annimmst und meine Gebote beherzigst, der Weisheit Gehör schenkst, dein Herz der Einsicht zuneigst, wenn du nach Erkenntnis rufst, mit lauter Stimme um Einsicht bittest, wenn du sie suchst wie Silber, nach ihr forschst wie nach Schätzen, dann wirst du die Furcht des HERRN begreifen und Gotteserkenntnis finden. Spr 2, 1-5

  3. Hingebung zu Gott im Gebet suchen und üben. Dabei geht es um Beziehung, einen Austausch zwischen dem Menschen und Gott ganz persönlich. Es braucht konkrete tägliche Zeiten des Gebetes und der Begegnung mit Gott, sonst wird die Beziehung nicht real und bleibt bei frommen Gerede stehen. Gebet braucht Übung und eine Beziehung mehrere Begegnungen, damit ein Kennenlernen stattfinden kann.

  4. Forschen und Suchen in der Bibel, der heiligen Schrift. D. h. nicht Theologe werden, aber soviel verstehen, was die Geschichten der Bibel bedeuten. Wenn einzelne Verse herausgerissen werden, lassen sich viele unterschiedliche Behauptungen und Theorien entwickeln. Wenn wir Gottes Herz kennen lernen und verstehen, erkennen wir auch eher Unwahrheiten und falsche Lehren. Beginnen sie am besten mit dem Neuen Testament und gehen erst dann zum alten über, weil dieses erst dadurch richtig verständlich wird. Gott ist grösser als unser Verstand, deshalb lassen sie sich nicht entmutigen, wenn sie an Stellen gelangen, die sie nicht sofort verstehen. Sie können diese mit ins Gebet mitnehmen und bald feststellen das Gott ihnen immer deutlicher werden wird.


Die Umstellung eines solchen Lebens bringt Verheissungen

Menschenfurcht stellt eine Falle; wer aber auf den HERRN vertraut, ist in Sicherheit. Spr 29, 25

Denn der Herr schenkt Weisheit! Aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Einsicht. Er schenkt den Aufrichtigen Gelingen und beschützt die Gottesfürchtigen. Er bewahrt die, die gerecht handeln, und behütet die, die ihm treu sind. Dann wirst du verstehen, was gerecht, recht und richtig ist, und stets wissen, wie du handeln sollst. Denn Weisheit wird in dein Herz kommen, und die Erkenntnis wird dich mit Freude erfüllen. Besonnenes Handeln wird dir Schutz geben und Einsicht wird dich behüten. So wirst du vor bösen Wegen bewahrt und vor Menschen beschützt, die dich täuschen. Diese Leute verlassen den richtigen Weg und betreten finstere Pfade. Sie haben Freude am Bösen und jubeln über ihre Worte, mit denen sie die Wahrheit verdrehen. Alles, was sie tun, ist schlecht und alle ihre Wege führen in die Irre. Die Weisheit wird dich vor der Frau eines anderen Mannes bewahren, vor der fremden Frau, die dich mit ihren Worten verführen will. Sie hat ihren Mann verlassen und den Bund ihres Gottes vergessen. Spr 2, 6-17


In das Leben wo Gott einzieht kommt eine Orientierung, eine tiefe Erfüllung und Gewissheit. Der Eifer für Gott ist ansteckend, euphorisch. Dazu kommt eine Hinterfragung, ob das alles richtig ist, was andere für richtig halten. Zudem zeigt sich ein Zögern bei Dingen von denen man neu lehrt, dass sie Gott nicht gefallen könnten und damit eine Bewahrung vor schlechten Erfahrungen. Es scheint, dass alles ins rechte Lot fällt, wenn der Mensch Gott anerkennt und diesem heiligen, ehrfürchtigen Gott seinen Platz gibt. Das ist letztlich die Botschaft des Christentums, dass sich in der Beziehung zu Gott, zu Jesus alles entscheidet.


Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen. Eph 2, 10


Lass uns also so Leben, Jesus jeden Tag mehr lieben als gestern, so dass wir am Ende unseres Lebens in denen Werken gewandelt sind, die Gott vorbereitet hat. So, dass wir den guten Lauf gelaufen sind, um einen unvergänglichen Siegespreis (1. Kor 9, 24-27). Wofür lebst Du? Um welchen Preis rennst du?



Quelle: Johannes Hartl, Hörbuchedition Gott Ungezähmt: Raus aus der spirituellen Komfortzone, Verlag Herder, 03.01.18



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